Teaserbild
Möchengladbach,

Rückblick auf das erste Übungswochenende der Technischen Züge

Mönchengladbach. Mit der FÜLEX25 findet die bislang größte landesweite Zivilschutzübung des Technischen Hilfswerks (THW) in Nordrhein-Westfalen statt. An vier Wochenenden im August und September üben pünktlich zum 75. Jubiläum des THW mehr als 4.000 ehrenamtliche Einsatzkräfte in realistischen Szenarien. Schauplatz ist ein weitläufiges Übungsgelände im Raum Mönchengladbach, auf dem sich die Einheiten nacheinander mehreren von insgesamt rund 50 vorbereiteten Szenarien aus sechs Themenfeldern stellen.

Niklas Wimbert

Das Übungsszenario ist eine hybride Bedrohungslage mit Sabotageakten und Angriffen auf kritische Infrastruktur, verschärft durch Starkregenereignisse und übersättigte Böden. Zu diesen Szenarien zählte beispielsweise das Retten von Personen aus gefährlichen Situationen und das unterstützende Sichern eines Tatorts.

Ziel der Übung ist es, die Fähigkeiten des THW im Zivilschutz zu schärfen und die Zusammenarbeit der Einheiten zu trainieren. Angesichts der aktuellen politischen Lage will das THW in den nächsten Jahren seine Zivilschutzfähigkeit gezielt stärken.

Im Mittelpunkt des Übungswochenendes vom 12. bis 14. September 2025 standen die Technischen Züge (TZ). Dazu gehören:

  • Zugtrupp (ZTr) – die mobile Führungseinheit eines Technischen Zuges. Sie richtet eine Führungsstelle ein, erkundet Einsatzstellen, dokumentiert das Geschehen und hält die Verbindung zur Einsatzleitung, ferner koordiniert der Zugtrupp die Arbeit aller unterstellten Gruppen.
  • Bergungsgruppe (B) – die Basiseinheit des THW. Sie übernimmt ein breites Spektrum technischer Hilfeleistungen, darunter die Rettung von Menschen und Tieren, das Bewegen von Lasten, das Räumen von Trümmern sowie Abstütz- und Aussteifarbeiten. Mit ihrer universellen Ausstattung sind Bergungsgruppen in fast jeder Einsatzlage flexibel einsetzbar.
  • Fachgruppe Schwere Bergung (FGr SB) – sie ergänzt die Bergungsgruppe bei besonders komplexen und schweren Schadenslagen. Mit spezieller Ausrüstung wie Betonkettensäge, Kernbohrgerät oder hydraulischen Hebewerkzeugen kann die Fachgruppe Schwere Bergung verschüttete Personen befreien, massive Hindernisse durchbrechen und tonnenschwere Lasten bewegen.
  • Fachgruppe Notversorgung/Notinstandsetzung (FGr N) – sie schafft die notwendige Infrastruktur im Einsatz und stellt die kurzfristige Versorgung der Einsatzkräfte sicher. Ihre Aufgaben reichen von Strom- und Lichtversorgung über Transport- und Materiallogistik bis zum Aufbau von Unterkünften oder der Instandsetzung kritischer Infrastruktur.

Die Einheiten wurden bewusst zusammengelost und mussten mit Ortsverbänden zusammenarbeiten, die sie bisher nicht kannten. Dieses Vorgehen spiegelt die Realität in Großschadenslagen wieder, wenn Kräfte aus unterschiedlichen Regionen kurzfristig gemeinsam eingesetzt werden.

Die Aufgabenpalette während der Übung war breit gefächert: Arbeiten im und am Wasser, Beleuchtung und Elektroversorgung, Atemschutz- und CBRN-Lagen, Abstützen und Aussteifen, technische Rettung sowie verschiedene Aspekte des Zivilschutzes. Auch Sabotageakte wurden simuliert; ein Pyrotechnik-Team der Fachgruppe Sprengen sorgte mit Rauch, Feuer und Explosionen für zusätzliche Realität im Übungsgeschehen. Die Fachgruppe Ölschaden übte die Separation von kontaminiertem Wasser, die Bundespolizei betrieb eine Kontrollstelle und der Notfallverbund der Kölner Archive und Bibliotheken demonstrierte das Sichern havarierter Bücher und Dokumente. Das Jugendrotkreuz und der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) unterstützten die Übung als Notfalldarstellende. Das THW-Einsatznachsorgeteam war für die Einsatzkräfte in belastenden Situationen vor Ort.

Unser Ortsverband waren wir mit einem Mitglied des Einsatznachsorgeteams und einem Beobachter vertreten. 

An den Übungswochenenden der Technischen Züge sind jeweils etwa 1.400 Einsatzkräfte beteiligt, die feldmäßig untergebracht werden. Zur deren Koordinierung unterstützten außerdem die Fachzüge Führung und Kommunikation (FK) und Logistik die Übungsleitung. Während die Logistik Materialwirtschaft (Log MW) für Nachschub und Reparaturen von Einsatzgerät sorgte, stellte die Logistik Verpflegung (Log V) mit gut 30 Köchinnen und Köchen aus vier Ortsverbänden die Versorgung sicher – über die gesamte Übung werden so über 4.500 Mittagsmahlzeiten frisch zubereitet und ausgegeben.

Die FÜLEX25 bot damit eine einmalige Gelegenheit, Ausbildung und Zusammenarbeit unter realistischen Bedingungen auf ein neues Niveau zu heben.


Alle zur Verfügung gestellten Bilder sind honorarfrei und dürfen unter Angabe der Quelle für die Berichterstattung über das THW und das Thema Bevölkerungsschutz verwendet werden. Alle Rechte am Bild liegen beim THW. Anders gekennzeichnete Bilder fallen nicht unter diese Regelung.




Suche

Suchen Sie hier nach einer aktuellen Mitteilung: